Home  | Akademie   | Gypser Verlag | Video | Mitarbeiter | Impressum

Materia Medica Revisa Homoeopathiae
Sammlung homöopathischer Arzneimittel
in mehreren Bänden

Herausgegeben von Dr. med. Klaus-Henning Gypser

Die Hom√∂opathie besitzt heutzutage weder im deutschen noch im internationalen Sprachraum eine aktuelle Sammlung aller gepr√ľften Arzneien und deren klinisch in Erfahrung gebrachter Symptome. Die letzten gro√üen Sammelwerke dieser Art, T.F. Allens (1837-1902) „Encyclopedia of Pure Materia Medica” sowie C. Herings (1800-1880) „Guiding Symptoms of Our Materia Medica”, erschienen 1875-79 beziehungsweise 1879-91 und waren bereits zum Zeitpunkt ihrer Ver√∂ffentlichung unvollst√§ndig und mit erheblichen Fehlern behaftet. Somit kann der heutige Praktiker, gleich welcher „Richtung” der Hom√∂opathie er sich verschrieben hat, auf keine umfassende Sammlung von Prim√§rquellen zur√ľckgreifen. An dieser Sachlage haben auch die zahlreichen vorliegenden Computerprogramme grunds√§tzlich nichts ge√§ndert.

Danksagung

Die Bearbeitung und Ver√∂ffentlichung der Arzneimonographien wurde durch die gro√üz√ľgige Unterst√ľtzung, f√ľr welche Herausgeber und Bearbeiter vielmals danken, folgender Institutionen erm√∂glicht:

• Familie-Ernst-Wendt-Stiftung der Stadt K√∂ln
• Berliner Verein hom√∂opathischer √Ąrzte
• Verein zur F√∂rderung der Hom√∂opathie e.V.
• Hom√∂opathisches Labor Gudjons
• Tiedemann Stiftung Klassische Homöopathie
• Foundation Pierre Schmidt
• Schweizerische Ärztegesellschaft für Homöopathie


Möchten Sie das Projekt fördern?
Dann wenden Sie sich bitte an: foerderung@mmrh.de

Bereits im Jahr 1844 war die Materia medica so erheblich angewachsen, da√ü kein hom√∂opathischer Arzt mehr √ľber das gesamte publizierte Arzneimittelwissen f√ľr seine Praxis verf√ľgen konnte. Hering erkannte diesen Mi√üstand, und so gr√ľndete sich unter seinem Vorsitz das American Institute of Homoeopathy mit dem Hauptziel, die Materia medica zu sammeln und zu revidieren, was leider scheiterte. Auch in sp√§teren Anl√§ufen, etwa mit den beiden zuvor genannten Werken, wurde das gesteckte Ziel nicht erreicht.

In neuerer Zeit gewann als erster Dr. med. Georg von Keller (1919-2003) Einsicht in die Notwendigkeit einer Aufarbeitung der Materia medica im Sinne einer geordneten Sammlung aller Pr√ľfungs- und klinischen Symptome eines jeweiligen Mittels. Seine Arbeit schlug sich in der Publikation von insgesamt 14 Monographien, von Berberis bis Staphisagria, nieder.

Mit der „Materia Medica Revisa Homoeopathiae” wird nach mehr als 160 Jahren unterschiedlichster Bem√ľhungen das Vorhaben in die Tat umgesetzt, f√ľr ein jeweiliges Mittel aus allen zur Verf√ľgung stehenden validen Prim√§rquellen, d.h. Arzneipr√ľfungen und Kasuistiken des internationalen Schrifttums, die Symptome zu extrahieren und geordnet wiederzugeben. Damit kommt es zur Bereitstellung des gesamten verl√§√ülichen Prim√§rquellenwissens, bestehend aus Arzneipr√ľfungs- sowie Kasuistiken entnommenen klinischen Symptomen, womit eine wissenschaftliche und praxistaugliche Materia medica homoeopathica geschaffen ist.

In dem f√ľr alle Arzneimonographien gleich gehaltenen Anordnungsschema kann sich der Praktiker rasch orientieren und √ľber eine etwaige Entsprechung zu einer vorliegenden Patientensymptomatik entscheiden. Dar√ľber hinaus dient das Werk als solide Grundlage f√ľr ein Arzneimittelstudium. Bei diesem beg√ľnstigen die reichlichen klinischen Erfahrungen u.a. die Entscheidung, auf welcher Polarit√§t das Hauptgewicht liegt.


√úber das Anliegen des Werkes, sowie dessen Durchf√ľhrung gibt der Einf√ľhrungsband Auskunft, dem die nachfolgenden Zitate entnommen sind.

Gypser, K.-H.: Materia Medica Revisa Homoeopathiae. Einf√ľhrung.
Glees. 2007 Gypser Verlag.


Auch der längste Weg
beginnt mit dem ersten Schritt [...]

So steht die Hom√∂opathie nach mehr als zweihundert Jahren vor ihrer notwendigen, umfangreichen Aufgabe, ihre gesamte verl√§√üliche Materia medica, entstanden aus unz√§hligen Arzneipr√ľfungen, toxikologischen Beobachtungen und klinischen Erfahrungen, geordnet zusammenzutragen, um einerseits dem Praktiker ein zuverl√§ssiges Standardwerk an die Hand zu geben und andererseits weitere, darauf aufbauende Arbeiten zu erm√∂glichen.

Diese Arbeit war, solange die Quellen noch vorliegen, zu beginnen, denn vor allem sollte das, was Menschen oft unter M√ľhen und Leiden in Hinblick auf die eigentlichen Heilkr√§fte der Arzneien aufgefunden hatten, nicht verloren gehen. Dabei hatte sie vom deutschen Sprachraum ihren Ausgang zu nehmen, da in ihm die Hom√∂opathie begr√ľndet und die wesentlichen Prim√§rquellen der Materia medica geschaffen worden waren.

In Anbetracht des Umfangs des seit Hahnemanns Zeiten weltweit Geleisteten stand das Vorhaben [...] von Beginn an vor erheblichen Aufgaben: So galt es zun√§chst zu ermitteln, welche Periodika, in denen sich die meisten Arzneipr√ľfungen und klinischen Erfahrungen niedergelegt finden, die Hom√∂opathie hervorgebracht hat [...] Im Anschlu√ü daran barg die Ermittlung der ma√ügeblichen Zeitschriften [...] sowie deren Beschaffung nicht geringe Schwierigkeiten. Daraufhin wurde die Erstellung von Indices der gesammelten Literatur erforderlich, die die Fundstellen entsprechender Pr√ľfungen oder Heilungsberichte umfa√üten. Des weiteren bedurfte es der Entwicklung eines geeigneten Schemas zur Symptomenanordnung, das sich auf die Erfahrungen vorliegender Materiae medicae st√ľtzte und nach M√∂glichkeit eine eindeutige und rasche Auffindbarkeit gesuchter Symptome gew√§hrleistete. Schlie√ülich erfolgten mehrere sogenannte Probel√§ufe mit verschiedenen Mitteln, anhand derer es sich erweisen sollte, ob sich die Konzeption tats√§chlich bew√§hrte. Erst nach zufriedenstellender Schaffung dieser genannten Voraussetzungen wurde das Unternehmen auf einer breiteren Basis, d.h. unter Mitwirkung zahlreicher Kolleginnen und Kollegen, begonnen.

Die jetzt vorliegenden Monographien einiger weniger Mittel bilden erst den Anfang der gesamten Aufarbeitung der verläßlichen Materia medica [...]

Ohne gro√üe M√ľhe l√§√üt sich ausmachen, wo die Hom√∂opathie [...] heute steht [...] Zur Selbstverst√§ndlichkeit ist sie bislang nicht geworden, und ein Siegesfest hat ihre mehr als 200j√§hrige Geschichte auch nicht vorzuweisen. Folglich geh√∂rt es noch zu den Aufgaben der zeitgen√∂ssischen Hom√∂opathie, ihr den Weg solcherma√üen zu bereiten, da√ü sich ihre bemerkenswerten therapeutischen Resultate auch regelm√§√üig mit „mathematischer Gewi√üheit” einstellen, damit sie innerhalb ihres Indikationsbereichs zum selbstverst√§ndlichen Behandlungsverfahren kranker Menschen werden kann.

Um diese Regelmäßigkeit des Behandlungserfolgs zu gewährleisten, so daß Fehlverordnungen einzig dem unvollkommenen menschlichen Handeln anzulasten wären und nicht länger dem Instrumentarium der Homöopathie, d.h. in erster Linie ihrer Materia medica und den daraus geschaffenen Repertorien, muß dieses Handwerkzeug vollständig und fehlerfrei vorliegen [...]

Im Jahr 1844 bildete sich unter dem Vorsitz von Hering das American Institute of Homoeopathy mit dem Hauptziel, die Materia medica zu revidieren, was nicht gelang. Die gesamte Entwicklung, deren Seitenwege, wie etwa die Entstehung spezieller Arzneimittellehren, √ľbergangen werden sollen, kulminierte in der Publikation zweier, jeweils zehnb√§ndiger Standardwerke, n√§mlich T.F. Allens (1837-1902) „Encyclopaedia of Pure Materia Medica” (1875-1879) [EN] und Herings „Guiding Symptoms of Our Materia Medica” (1879-1891) [GS]. Danach unterlie√ü die internationale hom√∂opathische √Ąrzteschaft den Versuch einer m√∂glichst vollst√§ndigen Zusammenstellung der publizierten Arzneipr√ľfungs- sowie klinischen Symptome, wenn man von den erfolglosen Bem√ľhungen der Materia Medica Association [...] dem dreib√§ndigen „A Dictionary of Practical Materia Medica” [...] von J.H. Clarke [...] sowie den verdienstvollen 14 „Symptomensammlungen hom√∂opathischer Arzneimittel” [...] G.v. Kellers, die den zu beschreitenden Weg erstmals wieder klar vorzeichneten, absieht [...]

Wenn auch zum Studium der Arzneimittellehre Beschr√§nkungen auf Werke, die charakteristische Symptome wiedergeben, nicht selten gen√ľgen werden, so erfordert doch die Praxisarbeit h√§ufig das Nachschlagen detaillierter Symptome in ihrem urspr√ľnglichen Wortlaut, und die wissenschaftliche Bearbeitung der Materia medica ist auf letzteres ganz und gar angewiesen. Dazu bedarf es eines Werkes, das die Prim√§rquellen, d.h. die Arzneipr√ľfungstexte sowie die Kasuistiken entstammenden klinischen Erfahrungen m√∂glichst vollst√§ndig gesammelt und √ľbersichtlich geordnet enth√§lt. „Ein solches Quellenwerk w√ľrde dann die eigentliche Grundlage der Arzneimittellehre als einer zu gestaltenden Wissenschaft sein”, √§u√üerte Hering 1864 und fuhr fort: „Darum ist es kein gedr√§ngtes, sondern ein grosses, weitl√§ufiges Werk, dessen wir bed√ľrfen, welches Alles umfasst, was bisher erforscht wurde, so vollst√§ndig, als es m√∂glicher Weise nur gemacht werden kann, √ľbersichtlich und ger√§umig gedruckt, wohl angeordnet f√ľr das Auge, so dass dadurch die geistige Th√§tigkeit erleichtert wird, Jeder schnell und leicht es √ľberblicken kann und alle Einzelheiten finden, die er nur mag haben wollen, welche Besonderheit, welche Verbindung ihm auch bei dem Kranken vorkommen m√∂ge.” [...]

Schlie√ülich sind der Hom√∂opathie bis zur Gegenwart wichtige Arzneipr√ľfungen vorenthalten geblieben, die nach Erscheinung der beiden genannten Standardwerke ver√∂ffentlicht wurden. Exemplarisch seien zun√§chst die gr√∂√üeren, bereits bekannten Mittel erw√§hnt wie Dulcamara, [...] Lycopodium, Petroleum und Tuberculinum [...]

Aber nicht nur zahlreiche Arzneipr√ľfungen sind der zeitgen√∂ssischen Hom√∂opathie unzug√§nglich geblieben, sondern auch die ungeheure F√ľlle klinischer, in den internationalen Periodika in Form von Kasuistiken niedergelegter Erfahrungen [...]

Jetzt im Handel:

Interview mit
Dr. med. K.-H. Gypser

Im Newsletter von hpathy.com findet sich ein Interview mit Herrn Dr. med. K.-H. Gypser zum MMRH Projekt.

Weiter zum Interview

Buchbesprechungen
von Dr. med. Karl-Heinz Gebhardt
erschienen in: AHZ 2/2008,
Band 253, S. 87f.
Gypser, K.-H.:
Materia Medica Revisa Homoeopathiae.
1. Einführung,
2. Dulcamara,
3. Rhododendron

Weiter zu den Besprechungen

Beitrag
von Dr. med. K.-H. Gypser
erschienen in: Gudjons Aktuell, Vol. 11 / Nr.2-06/2008, S. 3-5. Zur Revision der Materia Medica

Weiter zum Beitrag

Weitere Interviews, Buchbesprechungen, Beiträge und Rezension zur MMRH